Abriss des Finanzamts geht an Problematik vorbei

Der Vorstoß der Hagener CDU, das Finanzamt teilweise abzureißen geht aus Sicht der Hagener JU an der eigentlichen Problematik vorbei

Dazu erklärte der Hagener JU Vorsitzende Lars Vogeler:

„Gut kann ich mich an die Empörung nach den ersten Forderungen zum Abriss des Finanzsamts erinnern, auch in meiner eigenen Partei. Jetzt wird diese Forderung erneut aufgeworfen, ohne den eigentlichen Kern des Problems wirklich anzugehen.

Was nützt der Abriss der Immobilie Finanzamt? Natürlich ist es möglich hier einen Grünstreifen zu realisieren, der dann wahrscheinlich, so ist leider die Situation an vielen Gründflächen, kurzfristig vermüllt das Stadtbild nicht unbedingt positiv prägen würde. Natürlich ist es auch möglich, die Finanzverwaltung davon zu überzeugen, in andere Gebäude zu ziehen, aber ergibt dies Sinn?

Wir finden ganz klar nein. In Hagen hat der Denkmalschutz schon öfter „mal hinter dem Umweltschutz“ zurückstecken müssen. Schauen wir uns nur die Pelka Häuser in Haspe an, auf deren Fläche mittlerweile eine Autowaschanlage realisiert wurde. Nicht vergessen sollten wir, dass zahllose Gebäude nach dem Krieg der Stadtplanung zum Opfer gefallen sind und so der einst prächtigen Hagener Innenstadt ihren letzten Charme genommen haben. Eine Entwicklung die sich dank moderner Gebäude mittlerweile wieder umkehrt. Aus diesem Grund halte ich den Ansatz das Finanzamt abzureißen für Stadtgeschichtlich sehr fragwürdig. Man sollte das Problem lieber an der Wurzel packen.

Es gibt zahllose Beispiele, wie man Feinstaub aktiv bekämpfen könnte. Breite Bürgersteige mit Bäumen bepflanzen, Dachbegrünung fördern. All diese Dinge sind auch in der „Schlucht“ am Finanzamt durchaus möglich, ohne einen solchen Städtebaulichen Eingriff vornehmen zu müssen. Auch ist immer noch die Frage offen, ob große Drucker und Kopierer nicht einen Teil des Feinstabs erzeugen und sich durch entsprechende Filter an den Geräten die Situation verbessern ließe.

Alternativen gibt es auch wenn man bereit ist quer zu denken. Zum Beispiel könnte die Stadt mit den Eigentümern der gegenüberliegenden Bauten aus den 50iger Jahren ins Gespräch kommen und versuchen dort Lösungen wie einen Eigentumswechsel mit in Städtischer Hand befindlichen Immobilien zu schaffen. Dann wäre der Platz frei für den Abriss dieser Gebäude.

Einem Abriss des Finanzamts ohne vorherige Nutzung der anderen Potentiale würde ich in keinem Gremium zustimmen.“

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